„Mensch Wähl Mich“: Landratskandidaten beantworten spielerisch Fragen

Waldkraiburg. Um Politikern für die anstehende Wahl richtig auf den Zahn zu fühlen, hat sich der DGB eine neue, unterhaltsame Form überlegt: ein Fragespiel mit Themenfeldern, Publikumsfragen und Schätzfragen zum DGB selbst. Die drei Landratskandidaten von SPD, FDP und Grünen in Mühldorf durften sich am Donnerstag vergangener Woche in der Schenkerhalle durch das „Mensch Wähl Mich“ spielen und hatten sichtlich Spaß dabei. Aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei waren die Kandidaten von CSU, AfD und UWG - wohl aber der Waldkraiburger Kreisrat und Bürgermeisterkandidat Richard Fischer (SPD), der die Veranstaltung aus Waldkraiburger Sicht beobachtete.

RiFiTermin1 3Günther Zellner (v.l.), Peter Corticelli, Cathrin Henke, Angelika Kölbl, Richard Fischer, Thomas Hundhammer und Kristin Hüwel freuten sich über eine gelungene Veranstaltung. (Fotos: Hoffmann)Angelika Kölbl von der SPD, Cathrin Henke von den Grünen und Peter Corticelli von der FDP stellten sich den Fragen von Moderator Thomas Hundhammer und dem Publikum. Jeder musste reihum würfeln und dann die Frage für ein entsprechendes Themenfeld beantworten. Ein Feld war ohne Vorgabe, für Fragen aus dem Publikum. Das hatte auf seinen Sitzen „Meinungskarten“ mit roter und grüner Seite, mit denen es gute Antworten honorieren und schlechten „die rote Karte“ zeigen konnte. Vorsitzender des DGB Kreisverbandes Richard Fischer begrüßte die Anwesenden, unter ihnen die Stadträte Alex und Anni Will, Christine Blaschek und 3. Bürgermeisterin Inge Schnabl. Das Interesse der ca. 50 Besucher war groß.

Wichtiges Feld rund um Arbeit und Soziales

Für jede Antwort hatten die Kandidaten zwei Minuten Zeit. Häufig ging es um das Thema Arbeit und Soziales. Für Cathrin Henke ist „gute Arbeit“ eine fair bezahlte Arbeit, die in der Region bleibt, keine Leiharbeit und ein Mindestlohn, mit dem man auch noch eine Familie ernähren könne. Angelika Kölbl ergänzte, die Arbeitsbedingungen und der Arbeitsplatz als solches seien ihr ebenfalls wichtig, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und niemand dürfe sich diskriminiert fühlen. Peter Corticelli beantwortete die Frage nach einer Ausweitung von Betriebsräten damit, dass er sie für eine sehr sinnvolle Einrichtung halte, es brauche aber auch eine gewisse Autonomie der Unternehmen. „Die Politik soll sich nicht zu sehr einmischen, aber wir können auf Beratungsangebote hinweisen und so einwirken.“ Auch die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf war eine interessante. Cathrin Henke wollte dabei die Väter mehr einbeziehen, was in anderen Ländern normal sei, in Deutschland aber oft noch mit Stirnrunzeln von den Chefs gesehen werde. Die Familie sollte zusammen agieren. „Es muss mehr in die Köpfe rein, dass Väter Möglichkeiten brauchen, auch für ihre Kinder da zu sein. Bei uns ist das oft karriereschädlich.“

Konkrete Lösungsvorschläge gefragt

Auch das Thema Umwelt und Verkehr war ein viel diskutiertes in den Spielrunden. Ob es um das Ausbluten der Innenstädte, die Globalisierung oder den ÖPNV im Landkreis ging – die Kandidaten hatten spannende Antworten parat, die sie aufgrund des Zeitdrucks authentisch rüberbrachten. Man müsse weg vom Individualverkehr, hin zu mehr Bussen, einer besseren Koordination z.B. bei Schulbussen und einem zweigleisigen Ausbau Richtung München, sagte Cathrin Henke. Ganz ohne Auto ginge es hier auf dem Land aber einfach nicht. Dem stimmte auch Peter Corticelli zu. Man könne aber mit Carsharing, zum Beispiel unter Nachbarn, eine Menge erreichen. Die Ladeinfrastruktur müsse ebenso verbessert werden, um die Elektromobilität zu fördern. Angelika Kölbl verwies auf das ÖPNV-Konzept, das der Landkreis sich bereits gegeben habe. „Dort ist auch die Verknüpfung zwischen Bus- und Schienenverkehr enthalten. Das soll jetzt ja umgesetzt werden.“

RiFiTermin1 4Die Besucher konnten mit „Meinungskarten“ zeigen, ob sie eine Antwort gut oder schlecht fanden (hier Stadtratskandidatin der SPD Andrea Langstein)Ein Aufreger, auch im Publikum, war die Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser Altötting und Mühldorf. Während Cathrin Henke als Aufsichtsrätin und Verwaltungsrätin die Fusion mitgetragen hat und auch richtig findet, äußerten Angelika Kölbl und Valentin Clemente, Bürgermeisterkandidat der FDP im Publikum, Bedenken. „Es wird nicht alles besser, wenn ein defizitäres Haus mit einem anderen fusioniert“, sagte der Rettungssanitäter, der es aus eigener Erfahrung kennt. Die Krankenhäuser sollten erst einmal die eigenen Probleme in den Griff bekommen. Angelika Kölbl fügte an, dass sie die Fusion zwar wirtschaftlich richtig und wichtig findet, aber „es wurde wenig einfühlsam mit den Kollegen umgegangen. Ich denke, man sollte höchstes Augenmerk darauf legen, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird, denn eine qualitativ hochwertige Versorgung geht nur über die Mitarbeiter.“

Publikum darf nachfragen

Weitere Themenbereiche waren Bildung, Kinderbetreuung, Pflege und Wohnen. Das Publikum fragte die Kandidaten zusätzlich nach der Finanzierung von gemeinnützigen Organisationen und Kultur sowie nach Maßnahmen zur Inklusion. Durch Vetokarten konnten die Kandidaten, die jeweils nicht an der Reihe waren, einmal pro Runde trotzdem ihre Meinung zum Thema kundtun oder etwas ergänzen.

Anderthalb Stunden stellten sich die drei Kandidaten gut gelaunt und offen den Fragen in interessierter, lockerer Atmosphäre. Geschäftsführer des DGB Oberbayern, Günther Zellner, freute sich über die gelungene Veranstaltung und wünschte sich eine hohe Wahlbeteiligung. Die Geschäftsführerin des Kreisjugendrings, Kristin Hüwel, wies auf zwei weitere Veranstaltungen im Zuge des Wahlkampfes hin: am elften Februar würde es eine Podiumsdiskussion mit den Landratskandidaten von Jugendlichen für Jugendliche geben und am 27. Februar eine Diskussionsrunde mit den Bürgermeisterkandidaten Waldkraiburgs.

Sonja Hoffmann

 

RiFiTermin1 2Spannend bis zum Schluß - auch für die SPD-Landratskandidatin Angelika Kölbl.

 

 


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